Podcast “Denkwerkzeuge für Führungskräfte” mit Christina Grubendorfer

In meinem Pod­cast­ge­spräch mit Christi­na Gruben­dor­fer von LEA spreche ich über meine 10 Denkange­bote für wirk­samere Führung in Rou­tine und Dynamik.

Führungskräfte ste­hen vor vielfälti­gen Her­aus­forderun­gen in Organ­i­sa­tio­nen. Die Art, wie wir Arbeit organ­isieren, schafft einen Rah­men, der das Ver­hal­ten von Men­schen bee­in­flusst. Für den Umgang mit Rou­tine und Sta­bil­ität ist die tradierte Arbeit­sor­gan­i­sa­tion weit­er­hin gut nutzbar. Für den Umgang mit Dynamik und Über­raschun­gen eignet sie sich nur sehr begren­zt. Hier kom­men die Denkange­bote ins Spiel, die zwis­chen Rou­tine und Dynamik unter­schei­den und schlussendlich zu ein­er Art dualem Betrieb­ssys­tem führen, mit dem man mit bei­den Domä­nen gut umge­hen kann.

Christi­na und ich sprechen über diese Denkangebite, die Führungskräften helfen kön­nen, diese Wider­sprüch­lichkeit­en zu meistern.

Hier geht’s zum LEA Pod­cast #121 — “Denkw­erkzeuge für Führungskräfte”

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LEA Podcast Jens Aßmann

3 Fragen an Jens Aßmann 

LEA bit­tet seine Pod­cast-Gäste darum, im Nach­gang noch drei Fra­gen zu zen­tralen Aspek­ten der Pod­cast-Episode zu beant­worten. In diesem Fall sind es sog­ar 3+1 Frage gewor­den. Meine Antworten zu den 3+1 Fra­gen sind natür­lich auch auf der LEA-Web­site zu finden.


Wofür brauchen Führungskräfte gute Denkw­erkzeuge?

Während dir eine Meth­ode sagt, was du in welch­er Rei­hen­folge zu tun hast, fordert dich ein Denkw­erkzeug zum eigen­ständi­gen Denken und Han­deln auf. Meth­o­d­en und best prac­tice-Anleitun­gen sind immer dann sin­nvoll, wenn das Ergeb­nis eines Arbeitss­chrittes vorher bekan­nt ist, man Fehler ver­mei­den und damit Effizienz steigern möchte. Da Meth­o­d­en aber so leicht anzuwen­den sind, ver­leit­en sie zur Über­nahme auch dann, wenn das Ergeb­nis ein­er Hand­lung nicht abse­hbar ist, wenn es also kom­plex gewor­den ist. Insofern ist es für Führungskräfte im ersten Schritt entschei­dend kom­plexe Prob­lem­stel­lun­gen wie Mitar­beit­erge­spräche, Strate­giemeet­ings oder Kun­den­wün­sche nicht mit Meth­o­d­en anzuge­hen, die den Weg vorgeben! Denkw­erkzeuge sind das Mit­tel der Wahl in zunehmender Dynamik. Sie öff­nen den Lösungsraum und eine ler­nende Herange­hensweise von Ver­such und Irrtum. Dabei kann ein Team sich kon­struk­tiv voranir­ren und schlussendlich einen gang­baren Weg zu Lösung eines Prob­lems finden.

Was ist das wichtigste Denkwerkzeug für eine Führungskraft, wenn Du nur eines verschenken könntest?

Mein Lieblings­geschenk ist die Unter­schei­dung zwis­chen Vorgän­gen, die vorherse­hbar sind und solchen, die es eben nicht sind. Also die Unter­schei­dung zwis­chen Kausal­ität, die auf vie­len Ursache-Wirkungsabläufen basiert und Kom­plex­ität, die sich Ursache-Wirkungsabläufen entzieht und damit nicht steuer­bar ist. Für mich ist das die Leitun­ter­schei­dung, auf der alle anderen Unter­schei­dun­gen basieren. Wir sind es gewohnt, Organ­i­sa­tio­nen ähn­lich wie Maschi­nen und damit als steuer­bar zu betra­cht­en. Wenn wir unsere Tätigkeit­en aber in kausale und kom­plexe Bestandteile zer­legen, bemerken wir, dass wesentliche Teile in der kol­lab­o­ra­tiv­en Wertschöp­fung nie vorher­sag­bar waren. Also ist es auch nicht hil­fre­ich sie so zu behan­deln. Gle­ich­wohl tun wir genau das seit Jahrzehn­ten. Aktiv­itäten­pla­nung, Inno­va­tion­s­man­age­ment oder Per­son­alen­twick­lung sind sprach­liche Beispiele aus der Betrieb­swirtschaft­slehre, die begrif­flich Steuer­barkeit und Vorher­sag­barkeit sug­gerieren. Da diese Steuer­barkeit aber in kom­plex­en Vorgän­gen nicht vorhan­den sein kann, pro­duziert sie Schmerzen in der Organ­i­sa­tion. Man nen­nt das Steuerungsil­lu­sion. Wer diese basale Unter­schei­dung auf sein Arbeit­sum­feld ange­wandt und reflek­tiert hat, hat damit ein sehr solides Fun­da­ment gelegt, auf dem weit­ere Unter­schei­dun­gen gut aufge­baut wer­den können.

Wo siehst Du den größten Handlungsbedarf in Bezug auf Führung in Unternehmen?

Hier möchte ich eine weit­ere Unter­schei­dung zwis­chen Steuerung und Führung anbi­eten. Wenn vorher­sag­bare Arbeitsabläufe wie am Fließband ver­laufen und Prozesse das Mit­tel der Wahl sind, kön­nen wir von Steuerung sprechen. Das Man­age­ment stellt Wis­sen der Abläufe verpflich­t­end zur Ver­fü­gung und die Mitar­bei­t­en­den führen es auf Basis eben dieses Wis­sens in einem rel­a­tiv klar abgesteck­ten Feld aus. In dieser Welt der Rou­tine sind Führungskräfte also eigentlich Steuerungskräfte. Das Gegen­stück dazu ist die eigentliche Führung, die ohne Hier­ar­chie auskom­men kann. Wenn die Lösung eines Prob­lems unbekan­nt ist, sollte die beste Idee im Raum und nicht die Schul­terk­lappe führen. Die Auf­gabe der Führungskraft ist dann nicht, alles zu wis­sen oder gar Ober sticht Unter zu spie­len, son­dern den Raum zu bieten, möglichst diversen Ideen Gehör zu ver­schaf­fen und vor allem die besten Ideen mit Exper­i­menten ver­proben zu lassen. Führung in Unternehmen braucht also Sit­u­a­tion­skom­pe­tenz, bei der immer wieder die Frage gestellt wer­den sollte, ob im Sinne der Effizienz ger­ade Steuerung, oder im Sinne der “Ver­schwen­dung” von guten Ideen Führung ange­sagt ist.

Eine zweite große Her­aus­forderung sehe ich in der Ent­per­son­al­isierung von Fehlerzuschrei­bun­gen in Organ­i­sa­tio­nen. Wir sind es gewohnt eine Entschei­dung, die sich im Nach­hinein als unpassend erwiesen hat, ein­er Per­son zuzuschreiben. Der Mitar­beit­er ist nicht inno­v­a­tiv genug, denkt nicht unternehmerisch genug oder ist nicht kon­flik­t­fähig. Was wäre aber, wenn es für dieses Ver­hal­ten einen guten Grund gäbe, der inner­halb der Organ­i­sa­tion zu find­en ist? Was wäre, wenn die gle­iche Per­son im Pri­vatleben inno­v­a­tiv ist, unternehmerisch denkt und Kon­flik­te wertschätzt? Ergibt unsere Zuschrei­bung gegenüber diesem Men­schen dann noch Sinn? “Die Ver­hält­nisse prä­gen das Ver­hal­ten” ist daher eines mein­er Lieblingsz­i­tate. Wann immer ich ein Ver­hal­ten beobachte, dass nicht meinem Welt­bild entspricht, ver­suche ich mit ein­er detek­tivis­chen Hal­tung einen guten Grund für genau dieses Ver­hal­ten zu find­en, der in den Struk­turen der Organ­i­sa­tion liegt. Meis­tens finde ich auch etwas. Und dann gilt: Wirk­same Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung ist Struk­tu­rar­beit, keine Arbeit am Menschen!

Bonusfrage: Wem empfiehlst Du den LEA Podcast zu hören?

Führungskräfte und Mit­glieder der Geschäfts­führung soll­ten den LEA-Pod­cast im Abo haben. Dabei ist es egal, was der Zweck der jew­eili­gen Organ­i­sa­tion ist. Ob es die Her­stel­lung von Pro­duk­ten oder Dien­stleis­tun­gen ist, oder eher Daseinsvor­sorge wie bei der Ver­wal­tung. Über­all, wo Arbeit zwis­chen Men­schen organ­isiert und damit aufgeteilt wird, stoßen wir auf Ver­hal­ten von Men­schen, das uns manch­mal irri­tiert. Hier bietet Christi­na mit ihren Gästen gute Reflex­io­nen an, die zum Nach­denken und einem zweit­en Blick auf das Gle­iche anre­gen. Anders als die Arbeit im Sys­tem, die täglich ver­richtet wird, braucht die Arbeit am Sys­tem grund­sät­zlich mehr Aufmerk­samkeit in Organ­i­sa­tio­nen. Hierzu leis­tet der LEA-Pod­cast einen wichti­gen Beitrag!

Ich befähige Organ­i­sa­tio­nen mit einem dualen Betrieb­ssys­tem für den sicheren Umgang mit Rou­tine und Dynamik. Dies tue ich mit Beratung, Busi­ness Train­ing und Organ­i­sa­tion­sen­twick­lung. Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Ihre Organ­i­sa­tion zukun­ftssich­er auf­stellen möchten.

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